Projekt

Steingeschichten ist ein digitaler Audiospaziergang, der über die Linzer Nibelungenbrücke führt und mit Kopfhörern entweder mit dem Smartphone oder einem Mp3-Player vor Ort gehört werden kann. Am Empfang der Kunstuniversität Linz können Sie Mp3-Player und Kopfhörer ausborgen.

Öffnungszeiten Transzendenzlift: Mo – Fr: 15:00 – 20:00 Uhr

Öffnungszeiten Infopoint Kunstuni (Geräteverleih):
Mo – Do: 8:30 – 17:00 Uhr, Fr: 8:30 – 16:30 Uhr

Adresse: Hauptplatz 6, 4020 Linz

Der Audiospaziergang

Inhalt des Audiospaziergangs sind Interviews, die nach Recherchen zu den Linzer NS-Bauten Nibelungenbrücke und Brückenkopfgebäude geführt wurden. Darin wird die Geschichte der Bauten mit dem Heute verknüpft. Die Themen sind Verfolgung und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus, Umgang mit der Geschichte der NS-Bauten, Geschichte der Kunstuniversität Linz, Arbeitsbedingungen von Migrant_innen, Ausgrenzung verschiedener sozialer Gruppen.

Moos auf Steinen

Historischer Kontext

Die Linzer Nibelungenbrücke erhielt ihren aktuellen Namen erst im Zuge ihres Neubaus im Jahre 1938. In diesem Rahmen entstanden auch die Brückenkopfgebäude, die heute Zeugnisse Hitlers damaliger Großbaupläne sind. Die Standortwahl für Konzentrationslager, wie etwa im Fall von Mauthausen, in der Nähe eines Steinbruchs, war grundlegend bestimmt von den damaligen städtebaulichen Maßnahmen für Linz und andere sogenannte Führerstädte.

Zwangsarbeit fand aber nicht nur beim Materialabbau, sondern auch beim Bau selbst, beim Abriss und bei anders involvierten Firmen statt. Wissenschaftlich nachgewiesen wurde das im 2014 veröffentlichten und 2009 von Hermann Rafetseder durchgeführten Gutachten zur Zwangsarbeit am Linzer Brückenkopf.

Außerdem mussten Menschen, die zuvor am Standort der zukünftigen Donauuferbebauung gewohnt hatten, ihre Häuser verlassen. Zumindest eine dieser Familien wurde als jüdisch verfolgt. Die Familienmitglieder wurden in Konzentrationslager und ein Ghetto deportiert, zwei von ihnen wurden dort ermordet.

Weder auf der Brücke, noch an den Gebäuden, waren die genannten Informationen bisher für die Öffentlichkeit längerfristig sichtbar. Temporär haben hingegen immer wieder künstlerische Interventionen auf die Geschichte der Bauten aufmerksam gemacht und sich somit darin eingeschrieben.

Der Audiospaziergang Steingeschichten erzählt all diese Geschichten in Ausschnitten und soll diese in den Linzer Stadtraum bringen.

Weiterführende Links

Zeichnung im Blauton

Radiosendung

Vertiefend zum Audiospaziergang Steingeschichten gibt es ab 14 November 2019 eine Radiosendereihe, in Kooperation mit dem freien Radiosender in Linz, Radio Fro. Es wird wöchentlich je eine Radiosendung veröffentlicht, zu einer der zehn Stationen des Audiospaziergangs. Die Radiosendungen enthalten, im Vergleich zum Audiospaziergang, längere Ausschnitte der geführten Interviews und ergänzende Musikeinspielungen.

Collage zur Radiosendung

Über Uns

Der Audiospaziergang Steingeschichten wurde konzipiert von Laura DresselDieser Link öffnet sich in einem neuen Fenster, Künstlerin und Kulturvermittlerin in Wien und Oberösterreich.

Mitwirkende

Xenia Alexandrovna

Künstlerin, Autorin, Grafikerin. Ist für die grafische Gestaltung des Steingeschichten-Projekts zuständig.

Reinhard Florian

hat die Steinbrüche der Konzentrationslager Mauthausen und Gusen überlebt. Für den Audiospaziergang Steingeschichten wurden Teile aus einem Interview mit ihm verwendet.

Florine

studierte Zeitbasierte Medien an der Kunstuniversität Linz.

Melanie Hamen

ist Politikwissenschaftlerin und beim Verein maizDieser Link öffnet sich in einem neuen Fenster im Bereich sex&work tätig.

David Haunschmidt

studierte Zeitbasierte Medien und Medien- Kunst- und Kulturtheorien an der Kunstuniversität Linz.

Gabu Heindl

Architektin und Stadtplanerin. 2009 hat Gabu HeindlDieser Link öffnet sich in einem neuen Fenster gemeinsam mit Hito Steyerl in Linz das Projekt Unter Uns umgesetzt.

Dagmar Höss

ist Künstlerin und Kuratorin. Sie hat 2009 in Linz gemeinsam mit Monika Sommer und Heidemarie Uhl das Projekt In Situ realisiert.

Alexander Jöchl

ist Künstler und Kurator. Alexander JöchlDieser Link öffnet sich in einem neuen Fenster hat 2007 gemeinsam mit Hermann Lohninger und Chris Müller das Projekt Dunkler Granit in den Arkadengängen der Brückenkopfgebäude realisiert.

Michael John

Außerordentlicher Universitätsprofessor an der JKU Linz

Reinhard Kannonier

Ehemaliger Rektor der Kunstuniversität Linz

Aimilia Liontou

studierte Zeitbasierte Medien an der Kunstuniversität Linz.

Klaus Luger

Bürgermeister der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz

Hannah Luschnig

hat die Steingeschichten Webseite entwickelt. Ist Webdeveloperin und Politikwissenschaftlerin in Wien. Schreibt gerne.

Paul Mahringer

leitet die Abteilung für Inventarisation und Denkmalforschung im Bundesdenkmalamt. In seiner Dissertation, Der Umgang mit dem baulichen Erbe der NS-Zeit in Linz (2012), hat er sich unter anderem mit der Bedeutung der Brückenkopfgebäude für die Stadt Linz beschäftigt.

Florina Platzer

ist Juristin und beim Verein maizDieser Link öffnet sich in einem neuen Fenster im Bereich rechtliche und psychosoziale Beratung tätig.

Hermann Rafetseder

Historiker des ehemaligen Österreichischen Versöhnungsfonds (Gutachten, Aktenprüfungen, vergleichende Materialsammlung, etc. in Sachen Zahlungen an ehemalige NS-Zeit-ZwangsarbeiterInnen). 2009 führte er ein Gutachten zur Zwangsarbeit für den Linzer Brückenkopf durch.

Frau R.

arbeitet für eine Reinigungsfirma, die unter anderem für die Kunstuniversität zuständig ist. Frau R. wollte anonym bleiben.

Gerlinde Schmierer

arbeitet als Senior Artist an der Kunstuniversität Linz im Bereich Zeitbasierte Medien. An der Kunstuniversität Linz hat sie auch ihr Diplomstudium Bildhauerei – Transmedialer Raum im Jahr 2005 abgeschlossen. Ihre Diplomarbeit, Textuelle Interventionen im Stadtraum, beinhaltete eine künstlerische Intervention an den Brückenkopfgebäuden.

Wolfgang Scholler

ist bei der Baustelle zum Umbau der Brückenkopfgebäude in Linz als Polier tätig.

Wolfgang Schmutz

ist in den Bereichen Geschichtsvermittlung und Gedenkstättenpädagogik tätig. Im Rahmen freier Projekte entwickelte er zuletzt zwei zeitgeschichtliche Programme für den Fluss Gusen und die Linzer Nibelungenbrücke. Link zum Projekt “brücken:schlag”Dieser Link öffnet sich in einem neuen Fenster

Stanislaw

war bei der Baustelle zum Umbau der Brückenkopfgebäude in Linz als Vorarbeiter tätig.

Benjamin Wahl

ist Illustrator, Designer und Games Developer. Er studierte zeitbasierte Medien in Linz und beschäftigt sich mit Virtual Reality und Identitätsfindung. Er war für die Webgestaltung der ersten Version von Steingeschichten zuständig.

Melike Yagiz

hat den Narrationstext für die Steingeschichten gesprochen. Sie ist Schauspielerin, Theater- und Filmemacherin.

Pooneh Eftekhari Yekta

studierte Zeitbasierte Medien an der Kunstuniversität Linz.

Projekt gefördert von: